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Eines ist einmal klar: Wenn man sein Gegenüber prinzipiell für einen Idioten hält, wird keine echte Kommunikation zustande kommen. Ein für beide Seiten wertvoller Dialog kann nur auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Am Anfang der gelungenen Kommunikation steht also der menschliche Respekt. Das gilt nicht nur für das persönliche Gespräch, Respekt kennt viele Ausdrucksformen. Schon die Körpersprache ist ein Signal: Wende ich mich meinem Partner vollständig zu oder zeige ich ihm buchstäblich die kalte Schulter? Bemühe ich mich als Redner vor Zuhörern um Klarheit, Verständlichkeit und Kurzweil oder quäle ich das Publikum mit staubtrockenen Schachtelsätzen? Schreibe ich einen Artikel, nach dessen Lektüre man sich auskennt oder lasse ich den Leser mit vielen Fragezeichen zurück? Anders gesagt: Geht es mir darum, mich mitzuteilen und auszutauschen, oder reicht es mir, mich als Schlaumeier und Selbstdarsteller zu produzieren? Auch das ist Kommunikation – aber one way.Ist einmal die prinzipielle Haltung zur Kommunikation geklärt (will ich einen kaschierten Monolog führen oder doch ein Zwiegespräch?), so gibt es einige hilfreiche Tipps und Tricks: 1) Bevor man sich äußert, sollte man wissen, was man eigentlich sagen will. Das verhindert unnötiges Geschwafel und beugt mäandernden Schachtelsätzen vor. Vorsicht: Einen Mangel an Verständlichkeit sollte man nicht mit Intellektualität verwechseln. Im Gegenteil: Sir Karl Popper, einer der größten Denker aller Zeiten, drückte sich stets möglichst schlicht und einfach aus. 2) Es hilft dem Gesprächspartner, wenn man klar formuliert. 3) Es gibt superschnelle Denker, aber auch bedächtige - wie beim Bergwandern, sollte auch beim Gespräch der Langsamere das Tempo vorgeben. 4) Humor ist ein wunderbares Gleitmittel, um Botschaften in Herz, Hirn oder Sonnengeflecht seines Gegenübers zu versenken. Er hält die Aufmerksamkeit wach und lässt die Zeit wie im Flug vergehen. 5) Eine ähnliche Funktion erfüllen kleine Komplimente: Sie signalisieren dem Partner Respekt, Wohlwollen und schaffen ein gutes Kommunikationsklima. Vorsicht: Komplimente müssen aber ehrlich gemeint sein, falsche haben den genau gegenteiligen Effekt. Der Partner wird misstrauisch, zieht sich zurück und weicht weiteren verbalen Schleimspuren aus.
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Author:
Stefan
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