Schnellschrift Kommunikation - Tipps, Tricks und Missverständnisse - Das Vier-Augen-Prinzip
Kommunikation













 
Volltextsuche
Ein kleiner Versprecher beim Reden ist kein Problem und meist in der Sekunde wieder vergessen. In der schriftlichen Kommunikation hingegen hat jeder Fehler Bestand, er irritiert und lenkt ab. Darum sollte man wichtige Texte unbedingt gegenlesen und gegebenenfalls umformulieren lassen.
Das Wesen des Fehlers

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Wer kennt diese Situation nicht? Im Postkasten liegt der Werbeprospekt einer Firma, ein Hochglanzprodukt, das hochpreisige Ware bewirbt – und schon auf Seite 2 hat der Druckfehlerteufel seine Pferdefußspur hinterlassen und aus dem verehrten Kunden einen „Künden“ gemacht. Ein liebevoll gestalteter Partezettel gibt das Ableben eines nahen Angehörigen bekannt – doch leider wurde das Datum des Begräbnisses vergessen. Im Leitartikel einer Zeitung schwingt der Chefredakteur das Flammenschwert gegen die Regierung – doch der Leser verheddert sich in den langen Sätzen, die wegen chronischen Beistrichmangels kaum zu verstehen sind. Bei einem Seminar soll über eine Power-Point-Präsentation diskutiert werden, doch ein stummes „h“ an prominenter Stelle auf der ersten Folie lässt auch die Teilnehmer verstummen.
All diese Beispiele haben etwas gemeinsam: Fehler sind zwar äußerst menschlich, sie lenken aber ab wie der offene Hosenstall eines Vortragenden und torpedieren so das Gelingen von Kommunikation.
Es gibt zwei Arten von Fehlern: Diejenigen, die entstehen, wenn man schlampig und gehetzt arbeitet. und diejenigen, die übrigbleiben, wenn man sich redlich bemüht hat. Die zweite Kategorie ist besonders ärgerlich, weil sie das Ziel der ganzen Anstrengung unterminiert.
Der einzige Ausweg, der hilft, ist das Vier-Augen-Prinzip. Texte, die einem wirklich wichtig sind, sollte man auf Verständlichkeit und Richtigkeit gegenlesen und korrigieren lassen. Das kann natürlich auch durch sechs, acht oder zehn Augen passieren. Nur mit einer ungeraden Zahl funktioniert es nicht: Wer ein Auge zudrückt, lässt Fehler durchrutschen.
Oft reicht es aus, wenn Freunde, Kollegen oder Familie Korrektur lesen und die Texte verbessern. Manchmal sollte man sich aber den professionellen Blick von außen leisten. Der Unbeteiligte sieht gleich den Wald, wo sich der Autor in den Bäumen verliert. Er kann Texte überarbeiten, ergänzen und vervollkommnen. Eine solche externe Qualitätskontrolle können Schriftstücke aller Art vertragen: Artikel für Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. akademische Abschlussarbeiten (Diplomarbeiten und Dissertationen, Bachelor- und Masterarbeiten), die ihre Verfasser inhaltlich ohnehin schon oft an die Grenze der Überforderung bringen. Manuskripte für Reden und Präsentationen, bei denen es besonders auf die Klarheit der Argumentation ankommt. Werbe-Broschüren, -flyer, -folder, -mails und –texte, in denen die Botschaft in kurzer und prägnanter Form gefragt ist. Webseiten und Homepages, die den Leser angesichts großer Konkurrenz im weltweiten Netz mit ihrer Werbung ebenfalls auf den ersten Blick fesseln und überzeugen sollen. Aber auch Gebrauchsanleitungen, Beschriftungen und Hinweisschilder, die Benutzer oft in den Wahnsinn treiben.
Ein besonderer Fall sind Bücher, die im Selbstverlag herausgebracht werden. Sie sind oft mit Herzblut verfasst und von erstaunlich hoher Qualität. Allerdings merkt man ihnen auch an, dass kein Lektor als Korrektiv eingreifen konnte. Einige Striche und Verbesserungen hätten die meisten dieser Texte noch brillanter gemacht.

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Author: Stefan
Die Kunst des Redigierens

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Um einen Text zu redigieren, braucht es Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Denn es geht nicht darum, die Worte bis zur Unkenntlichkeit zu verdrehen und den persönlichen Stil des Autors wegzufeilen. Vielmehr soll das Manuskript auf Stilistik, Grammatik und Verständlichkeit geprüft werden. Inhaltliche Fehler, so sie erkannt werden, innere Widersprüche und falsche Sprachbilder sind auszumerzen. Oft tragen Kürzungen und Umstellungen von Passagen dazu bei, einen Text leichter lesbar zu machen und einen roten Faden durch die Gedanken zu ziehen. Wer einen Text redigiert, muss sich immer vor Augen halten, für wen er gedacht ist und ob die gewählte Sprache geeignet ist, die Zielgruppe zu erreichen. Am Ende soll ein inhaltlich richtiger, logisch aufgebauter Text mit einer dem Thema entsprechenden Dramaturgie stehen.
Das Lektorieren geht noch einen Schritt darüber hinaus: Der Lektor bearbeitet das Material nicht nur, er wählt es nach seinen Kriterien aus, bewertet es und bereitet es auf. Er ist für den Autor eine echte Unterstützung.
In Zeiten von Internet E-Mail, in denen jedermann Gelegenheit hat, seine Gedanken direkt und glasfaserschnell einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen bzw. aufzudrängen, kommt es immer mehr darauf an, sich durch Sorgfalt, gute Sprache und Faktentreue zu unterscheiden. Die globale Informationsflut führt eine Menge von wertlosem, unzuverlässigem Treibgut mit sich, die Menschen sind für jede Schiffsladung gesicherter Information dankbar. Das gilt in jedem Bereich. Es ist kein Problem mehr, sich zu jedem noch so abseitigem Thema Tonnen von Material zu beschaffen - schwierig ist es aber weiterhin, die richtigen Antworten zu finden.
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Author: Stefan
Der gute Geist(writer)

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Manche Menschen haben eine enorme Scheu, ihre Gedanken selbst schriftlich festzuhalten. Meist sind es Erinnerungen aus der Schulzeit, die ihren Tatendrang lähmen. Für sie gibt es den Ghostwriter, den guten Geist, der mit ihnen lange Gespräche führt, die gewünschten Themen ordnet und es am Ende übernimmt, in Vertretung Texte zu verfassen und die fremden Gedanken zu formulieren. Lesezeichen setzen
Author: Stefan
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