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Lebenserwartung ein Problem für die Rente?
Schaut auf den ersten Blick relativ logisch aus: Wenn die Lebenserwartung um 1 Jahr steigt, dann steigen auch die Pensionskosten um dieses Jahr!
Schaut so aus, ist aber Blödsinn, weil:
die Lebenserwartung, das ist eine Mischung von 3 verschiedenen Erwartungen und eine steigende Lebenserwartung kann auch zur Entlastung des Pensionssystems führen.
Die 3 Lebenserwartungen:
1.) Nenn ich mal die biologische. Also wie alt kann ein Mensch ungeachtet der Einflüsse werden.
Diese Lebenserwartung ändert sich im Lauf der Generationen nur wenig. Evolution geht über Jahrtausende und diese Lebenserwartung ist Teil dieser Entwicklung.
2.) die kulturelle Lebenserwartung. Nur in den optimalsten Fällen erreicht ein Mensch das vorgegebene Ablaufdatum. Mangelnde Ernährung, unausgeglichene Lebensführung, schädigende Arbeitsbedingungen führen zu verkürzten Lebensspannen.
Studien zeigen, dass die Lebenserwartung der unteren Bevölkerungsschichten um Jahre hinter der Erwartungen der gehobenen Schicht zurückliegt.
3.) die strukturelle Lebenserwartung: Blöde Bezeichnung, aber mir fällt grad nichts anderes ein. Die Lebenserwartung wird einfach berechnet, indem wir den Durchschnitt bilden.
Wenn also einer 70 und ein anderer 80 geworden ist, haben wir eine Lebenserwartung von 75 Jahren.
Ist aber jetzt derjenige, der eigentlich mit 70 gestorben wäre, mit 10 Jahren verunglückt, dann sinkt die Lebenserwartung von 75 auf 45 !!!
Die Lebenserwartung sinkt, aber es entlastet das System nicht, im Gegenteil.
In dieser Sparte haben wir Ereignisse, die nicht zum Ende der Lebenserwartung hin auftreten. Es trifft in erster Linie aktive Beitragszahler, bzw. noch jüngere Personen.
Fazit:
Die biologische Lebenserwartung ändert sich nur sehr langsam, in politisch relevanten Zeitspannen können wir sie als fix betrachten.
Die kulturelle Lebenserwartung hat sich durch Errungenschaften insbesondere der Nahrungsversorgung in den letzten Jahrhunderten stark erhöht.
Ein Bergwerksarbeiter kann auch heute noch mit einem Büroangestellten nicht mithalten.
Menschen in unbeheizten, feuchten Wohnungen mit einer warmen Mahlzeit in der Woche müssen ihr Ende um Jahre früher erwarten als der Durchschnitt.
Die größten Veränderungen der Lebenserwartung der letzten Jahrhunderte sind in der 3. Gruppe zu finden. Das Sinken der Kindersterblichkeit, die Reduktion der Unfallursachen und -folgen, Notfallmedizin und Prävention haben die strukturelle Lebenserwartung um Jahre gesteigert.
Aber diese Steigerung hat die Pensionskosten nicht erhöht, sondern sogar stark reduziert!!!
Denn diese Fälle betreffen es ja nicht Personen am Ende ihrer Lebenserwartung, sondern in erster Linie aktive und künftige Beitragszahler.
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