18. August 2002
Wolfgang Lindner: Stadlmusikant ist Hochwasser-Opfer
‚Mir und meiner Familie geht es Gott sei Dank gut. Vielen anderen vom Hochwasser betroffenen Menschen geht es schlechter’, fühlte der Chef der Stadlmusikanten, Wolfgang Lindner, während der ORF-Benefizsendung am Samstagabend im Gespräch mit Moderator Peter Rapp mit den vor den Trümmern ihrer Existenz stehenden Flutopfern mit. Obwohl selbst betroffen, setzte er sich stundenlang ans Spendentelefon. Seine Gattin Herlinde stimmte indes weit nach Mitternacht den Schlussong ‚We Are The World’ an.
Keller und Erdgeschoß des Hauses nahe Krems, in dem Wolfgang Lindner mit seiner Familie wohnt, wo er komponiert, arrangiert und seine Büroarbeiten erledigt, wurden von der Flutwelle erfasst. ‚Auf meinem Flügel hätte ich nicht einmal mehr die ‚Wassermusik’ spielen können’, hat der Künstler seinen Humor nicht verloren, gibt aber zu, nie vorher von so einer Panik erfasst worden zu sein.
‚Alle Straßen waren gesperrt’, erzählt uns Lindner am Telefon, ‚zum Glück wusste ich einen Schleichweg, auf dem wir uns letztlich in Sicherheit bringen konnten’.
Trotz aller Probleme, die jetzt bei den Aufräumarbeiten auf seine Familie und ihn zukommen, ist er von den Schicksalen der vielen anderen leidgeprüften Menschen schockiert: ‚Wenn man die Ausmaße der Schäden sieht, können wir von Glück sprechen. Ich finde es großartig, wie die Österreicherinnen und Österreicher in solchen Situationen zusammen halten. Ich bin stolz, in diesem Land zu leben!’
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